Making of: Wie gründet man eine Selbsthilfegruppe?

In dieser kleinen Chronik erfährst du mehr über die Entstehung unserer Selbsthilfegruppe.

Januar 2019

  • Die ersten Teinehmer haben sich über einen „Jodel“ Anfang 2019 gefunden: Einen Beitrag in einer anonymen hyperlokalen Chat-App. Wo sonst findet man Menschen mit depressiver Verstimmung im jungen Alter?
  • Getroffen haben wir uns zu dritt in einem Café in Heilbronn und mal grundsätzlich kennen gelernt. Die Grundsympathie hat gestimmt.
  • Wir haben uns mit dem Selbsthilfebüro in Heilbronn in Verbindung gesetzt und ein paar Tipps und Material abgeholt.
  • Wir haben versucht, Räumlichkeiten zu finden. Alles nicht so einfach. Dann hat sich erstmal die Gruppe mit der Zeit verlaufen.

Juni 2019

  • Zweiter Anlauf: Mit der Initiative einer weiteren Interessentin kam wieder etwas in Bewegung. Im Sozialen Zentrum Käthe haben wir einen Raum bekommen – und da dieser nur für freitags 18:30 Uhr zur Verfügung stand, mussten wir uns schon nicht zwischen verschiedenen Terminen entscheiden.

August 2019

  • Mit der Anerkennung als Selbsthilfegruppe durch die Krankenkassen wurden wir sozusagen „offiziell“. Wir können eine Förderpauschale erhalten – damit decken wir die Kosten für Raum, Flyer und sonstige benötigte Materialien.
  • Um diese Förderpauschale zu erhalten, benötigten wir wiederum ein Konto bei einer Bank. Sowohl für das Konto, als auch für die Anerkennung wurden zwei Gruppenmitglieder benötigt, die mit ihrem Namen bürgen.
  • Zunächst haben wir verschiedene Therapeuten angeschrieben, die wir auf unsere Gruppe aufmerksam machen können, solange wir noch keine Flyer hatten und eine sehr kleine Gruppe waren (5 Teilnehmer).

Oktober 2019

  • Durch Zuwachs war es uns bereits möglich, auch an Einladungen zu Veranstaltungen durch die Krankenkassen und das Selbsthilfebüro teilzunehmen und unsere Gruppe vorzustellen, oder uns mit anderen Gruppen zu vernetzen.

Januar 2020

  • Wir haben im letzten Jahr noch damit begonnen, Flyer zu verteilen und im persönlichen Umfeld auf uns aufmerksam zu machen. Das hat sich mit ein paar Besuchen von neuen Interessierten bemerkbar gemacht. Die meisten Interessenten, die auch häufiger kommen, haben uns jedoch scheinbar von sich aus und ohne Empfehlung recherchiert.
  • Auch der Weggang von zwei Organisatoren wirft fragen auf: Wer ist zukünftig für das Konto verantwortlich? Wer kümmert sich um E-Mail-Postfach, Website, Anträge und Co.? Hier geht es zäh voran, aber immerhin voran.
  • Als eine gute Anzahl von Gruppenteilnehmern haben sich Runden mit 6 Personen herausgestellt. Tatsächlich werden die Chancen danach schlechter, allen gerecht zu werden und zu Wort kommen zu lassen.

März 2020 – Juli 2020

  • Auch die Covid-19-Krise hat vor uns nicht halt gemacht. Wir haben zunächst versucht, die Treffen ins Virtuelle zu verlagern – leider wurde das Angebot von den Teilnehmern nicht so angenommen wie erhofft. Persönliche Treffen scheinen hier besonders wichtig zu sein.
  • Wir haben erneut eine Förderung der Krankenkassen erhalten, was uns sehr sehr freut. Da es ein bisschen mehr ist, als im letzten Jahr, möchten wir in diesem Jahr auch einen Fachvortrag u.ä. bieten können.

August 2020 – September 2020

  • Wir haben die Möglichkeit unsere Treffen von zweiwöchentlich auf wöchentlich auszubauen, da die Räumlichkeiten verfügbar sind und konstant mehr und mehr Teilnehmer kommen.
  • Ein Gruppenmitglied hat sich mehreren Teilnehmern gegenüber nicht an die gemeinsamen Gruppenregeln gehalten und ist freiwillig aus der Gruppe gegangen.
  • Durch unsere junge Zusammensetzung befindet sich das Leben von ein paar unserer Teilnehmer im Umbruch. Wir haben Wegzüge eines Gründungsmitglieds und zweier anderer Organisatoren, dafür rücken ganze 7 Neuinteressierte in unsere Gruppe nach. Die Kunst ist daher, dafür zu sorgen, dass die Organisation auf möglichst vielen Schultern verteilt wird. Das klappt aktuell leider nicht so gut.
  • Mit den Räumlichkeiten im Sozialen Zentrum Käthe haben wir weiter viel Glück. Denn bei schönem Wetter ist ein angrenzendes Gartenstück mit Picknickdecken an der frischen Luft eine sichere und dennoch geschützte Möglichkeit für Gespräche.
  • Die Anfrage, unseren Beginn von 18:30 auf 19:00 Uhr zu verschieben, erreichte uns immer wieder. Die meisten, aber nicht alle Teilnehmer haben die Möglichkeit. Die einen kommen erst spät von der Arbeit, die anderen müssen mit den Öffentlichen zurückfahren. Hier suchen wir noch nach Lösungen.

Was ist weiter geplant?

  • Wir möchten weitere Teilnehmer finden, Kontakt mit verschiedenen Stellen aufnehmen, Routine in unseren Treffen und dem Ablauf finden sowie Öffentlichkeitsarbeit betreiben – also auch mal mit Plakaten, Flyern und Pressearbeit auf uns aufmerksam machen. Aktuell haben wir so viel Zulauf, dass wir jedoch gar nicht aktiv für uns werben müssen.
  • Des Weiteren möchten wir unser Programm und Projekte ausbauen, d.h. wir sammeln bereits Ideen, ob und wie wir den Gruppenzusammenhalt stärken können, indem wir auch außerhalb der Treffen gemeinsame Aktivitäten planen.